Name:
Eichinger, Bernd
Geburtsdatum:
11.04.1949
Geburtsort:
Neuburg an der Donau (D)
Sternzeichen:
Widder (21.03.-20.04.)
Bernd Eichinger
Filmproduzenten produzieren Träume - für andere und auch für sich selbst. Lesen Sie, warum gerade Erfolgsproduzent Bernd Eichinger keine Ausnahme macht!
Von Chrischan Behrens
Jeder Film- und Kinoliebhaber kennt sie: Streifen wie "Die unendliche Geschichte", "Der Name der Rose", "Das Superweib", "Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo", "Letzte Ausfahrt Brooklyn", "Werner – Beinhart", "Der bewegte Mann", "Ballermann 6", "Der Schuh des Manitu". Sie alle stammen aus der Produktionswerkstatt des Bernd Eichinger, der seit knapp 30 Jahren äußerst erfolgreich im hart umkämpften Filmgeschäft unterwegs ist.
Geboren wurde Bernd Eichinger am 11. April 1949 in Neuburg an der Donau. Er war eher ein mittelmäßiger Schüler und nichts ließ in dieser Zeit darauf schließen, dass sich Eichinger wenig später zu einem Senkrechtstarter in der Filmbranche entwickeln würde. Doch als Eichinger die Schule hinter sich gebracht hatte, änderte sich schlagartig alles. Bereits sehr früh hatte er seine Profession entdeckt, nach dem Studium (Studienfach Regie) an der Münchener Hochschule für Film und Fernsehen von 1970 bis 1973 wurde er mit erst 23 Jahren Produktionsleiter bei den Bavaria Filmstudios. Und nur zwei Jahre später hatte er bereits seine erste eigene Firma "Solaris". Aus der Produktion der "Solaris" stammt unter anderem der für den Oscar nominierte Film "Die gläserne Zelle" von Hans W. Geissendörfer.
1978 dann kaufte sich der damals 29-jährige Eichinger in die Firma Constantin ein. Schon ein Jahr später übernahm er den Produktions- und Verleihbereich, nannte die Firma fortan Neue Constantin und formte aus ihr eine der erfolgreichsten deutschen Filmproduktions- und Verleihfirmen. Machte er sich am Anfang noch für deutsche Autorenfilme stark, lockte nun der Ruf des großen Geldes. Und Eichinger folgte. Geld, wusste Eichinger, das wurde mit publikumswirksamen Streifen à la Hollywood gemacht. Er hatte auch einen Riecher für das Publikum und investierte siegessicher rund sechs Millionen Mark in die Verfilmung des Drogen-Romans "Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo". Der Film spülte satte 38 Millionen Mark in die Kassen der Neuen Constantin. Zu den Höhepunkten des Deutschen Films gehört zweifellos die Verfilmung von Lothar-Günther Buchheims Roman "Das Boot". Und wer hatte hier wieder seine Finger im Spiel? Bernd Eichinger brachte den Film in die Kinos. "Das Boot" bekam sechs Oscar-Nominierungen, öffnete Regisseur und Drehbuchautor Wolfgang Petersen die Türen der Filmstudios in Hollywood.
Schon mal Ärger mit Autoren
Bernd Eichinger überlässt bei seiner Arbeit nichts dem Zufall. Auch beim Schnitt, bei der Regie und bei der Gestaltung des Drehbuches möchte er ein gewichtiges Wörtchen mitreden. Manchmal sehr zum Leidwesen von Buchautoren. Michael Ende etwa, dem die Verfilmung seines Romans "Die unendliche Geschichte" überhaupt nicht gefiel, hat deswegen verlangt, dass sein Name aus dem Vorspann gestrichen wird. Dies tat jedoch dem Erfolg des Films überhaupt keinen Abbruch. Noch größeren Erfolg brachten Eichinger die Filmrechte an Umberto Ecos Werk "Der Name der Rose" ein. Dieser Film mit Sean Connery in der Hauptrolle kostete Eichinger rund 56 Millionen Mark, spielte aber rund 100 Millionen Mark ein. Und so reihte sich ein Erfolg an den anderen und fand 2001 seinen vorläufigen Höhepunkt mit der Komödie "Der Schuh des Manitu". Über 8 Millionen Zuschauer sahen den Film, der damit einer der erfolgreichsten Streifen des Deutschen Films überhaupt ist.
Bei allen erfolgreichen Menschen, da macht auch Eichinger keine Ausnahme, kann man immer wieder die gleichen Eigenschaften beobachten. Sie sind sozusagen die essenziellen Voraussetzungen für Erfolg. Dazu gehören: eine Vision, für deren Verwirklichung man notfalls bis an die Grenzen der Leistungsfähigkeit geht. Das Feuer der Begeisterung, das die erforderlichen Kräfte weckt, um ein Ziel zu erreichen, Qualitätsbewusstsein, das sich in der Liebe zu dem Produkt oder der Dienstleistung äußert. Zudem ein Gespür für den Markt, den "richtigen Riecher" oder besser Geschäftssinn, um Chanchen rechtzeitig zu erkennen. Schließlich Durchhaltevermögen, um auch dann noch weiterzumachen, wenn die Straße zum Erfolg nicht gerade mit Gold gepflastert ist. Bernd Eichinger hat all diese Eigenschaften in sich vereinigt.
Aufnahmeleiter, Drehbuchautor, Regisseur, Schauspieler, Filmproduzent, Filmverleiher und Kinobetreiber. Viele Jobs - aber immer im Metier!
Die Vision: Bernd Eichinger hat sein Metier von Anfang an in der Filmbranche gefunden. Er wollte nie etwas anderes als gute Filme machen. Er hat sich zwar mit den unterschiedlichsten Dingen beschäftigt; arbeitete als Aufnahmeleiter, als Drehbuchautor, Regisseur und Schauspieler, als Filmproduzent und -verleiher und als Kinobetreiber. Immer aber blieb er seinem Metier und seiner Vision treu - der Filmbranche und dass er einer der ganz Großen im Geschäft werden wollte. Eichinger sagte einmal, er mache aus dem gleichen Grund Filme, aus dem Reinhold Messner Berge besteige: Entscheidend sei der Wille, das Ziel zu erreichen, ohne abzustürzen.
Begeisterung: Bernd Eichinger wurde einmal gefragt, wie er sich seinen Erfolg erklärt. Er sagte damals, er denke nicht groß über Erfolg nach. Wichtig sei nur, dass man tut, was einen fasziniert, dann käme der Erfolg von ganz alleine. Er behauptet auch von sich, dass ihn Geld nicht sonderlich interessiert. "Ich brauche nicht viel Komfort. Hauptsache, ich habe eine Wohnung und kann meine Freunde zum Essen einladen", sagte er in einem Interview. Wenn man das Leben des Bernd Eichinger etwas genauer unter die Lupe nimmt, glaubt man ihm das auch. Er sieht sich selbst als leidenschaftlichen Geschichtenerzähler. Der Erfolg und das Geld sind das Resultat seiner Begeisterung und nicht umgekehrt. Alle wirklich und dauerhaft erfolgreichen Menschen sind nicht vom Geld, sondern von einer Idee besessen und tun alles dafür, um diese Idee Wirklichkeit werden zu lassen. Das Geld kommt dann wirklich meist ganz von alleine.
Qualitätsbewusstsein: Was ein Bernd Eichinger macht, das macht er gründlich. Er denkt ständig darüber nach, wie er einen Film noch besser machen kann, wie er aus einem Drehbuch oder einem Roman das Beste herausholen kann. Er ist dabei auch äußerst kritisch - auch gegen sich selbst: "Ich bin mein erster Zuschauer". Er wird bei jedem neuen Projekt, das er in Angriff nimmt, von zwei Fragen geleitet: Was ist eine gute Story und wie kann man diese am besten erzählen? Und er arbeitet gern mit Menschen zusammen, die so denken wie er. Zum Beispiel mit Wolfgang Petersen, der genau die gleiche Liebe zum Detail und zur Qualität hat wie Eichinger. Was er dagegen hasst sind Menschen, die eher an Sozialleistungen interessiert sind oder daran, wie sie ihre eigene Karriere vorantreiben oder negativer Kritik aus dem Weg gehen können.
Geschäftssinn: Bernd Eichinger hatte von Anfang an Geschäftssinn bewiesen. Nach der Gründung seines ersten eigenen Unternehmens übernahm er die Mehrheit an der "Constantin Film" und wurde schließlich deren Vorstandsvorsitzender, nachdem er die Firma an die Börse gebracht hatte. Er traf zumeist punktgenau den Geschmack den Publikums mit seinen großen Filmproduktionen und vermarktete brisante Themen wie zum Beispiel den Sensationsprozess der Vera Brühne. Schließlich baute er Kinos wie das 100 Millionen Mark teure "Cinedom" in Köln. Heute wird er in einem Atemzug mit den ganz Großen der Filmbranche wie dem Medienmogul Leo Kirch genannt.
Durchhaltevermögen: Eichinger hatte sicherlich nicht nur Erfolgsfilme produziert und verliehen. Auch die eine oder andere Niete war dabei. Einer der größten Flops war "Duell – Enemy at the Gates", ein Liebesfilm. Besonders hart getroffen hat es die "Constantin Film" in der letzten Zeit mit dem Verleihgeschäft. Analysten sagen dem Unternehmen daher eher geringere Wachstumsaussichten voraus. Bernd Eichinger zog schließlich die Konsequenzen und trat im Frühjahr 2001 als Vorstandsvorsitzender zurück, bleibt dem Unternehmen aber als Produzent weiter treu. Er ist eben ein Stehaufmännchen, das sich nicht unterkriegen lässt und auch dann noch weitermacht, wenn andere längst das Handtuch werfen.
Bernd Eichinger lebt heute abwechselnd in München und Hollywood mit seiner Lebensgefährtin Corinna Harfouch zusammen. Der große Curd Jürgens hat einmal gesagt: "Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum". Und genau das tut Bernd Eichinger.
Preise & Auszeichnungen:
- 1984: Bambi
- 1986: Bambi
- 1994: Filmband in Gold (Gesamtkonzept) für Das Geisterhaus
- 2004: Bayerischer Filmpreis für Der Untergang
- 2006: Bayerischer Verdienstorden
- 2007: Medaille München leuchtet
Quellenangaben:
Mit freundlichem Dank an:
Positive News, 17.10.2005









