Name:
Antoni Placid Gaudi y Cornet
Geburtsdatum:
25. Juni 1852
Geburtsort:
Reus (Spanien)
Todestag:
10. Juni 1926 in Barcelona (Spanien)
Sternzeichen:
Krebs (22.06.-22.07.)
Antonio Gaudi
Katalanischer Volksheld und Visionär
Von Melanie Mushak
Antoni Gaudi i Cornet wurde am 25. Juni 1852 im Landhaus der Eltern geboren, das auf halber Strecke zwischen Riudoms und Reus in der Provinz Tarragona (Katalonien/Spanien) lag. Gemäß seiner spanischen Tradition trug er den Namen des Vaters und der Mutter. Er war das fünfte und letzte Kind der Familie, wobei nur zwei seiner Geschwister das Erwachsenenalter erreichten. Auch Gaudi selbst bereitete seiner Familie im Kindesalter immer wieder Sorgen, da ab seinem sechsten Lebensjahr ein Rheumaleiden auftrat das ihn Zeit seines Lebens beeinträchtigte. Zwar ging er regulär auf die Schule von Reus, musste den Schulbesuch jedoch wegen seines schlechten Gesundheitszustandes immer wieder unterbrechen. Durch seine eingeschränkte Bewegungsfreiheit wurde Gaudi bald zum eifrigen Naturbeobachter und sprach noch im Erwachsenenalter von der Natur als seiner „Lehrmeisterin“.
Mit elf Jahren wechselte Gaudi auf die Klosterschule „Padres Escolapios“ in Reus, ehe er sechzehnjährig nach Barcelona zog, um seine Schulausbildung zu beenden und sich in Vorbereitungskursen an der naturwissenschaftlichen Fakultät auf ein Architekturstudium vorzubereiten. Die Kurse wurden Gaudi schon bald zum Graus, da ihm der Unterricht oft viel zu abstrakt war und er sich wesentlich lieber mit Formen des Gleichgewichtes sowie mit der Stabilität von Bauwerken beschäftigte. Bei seinen eigenen Versuchen kam Gaudi immer wieder zu überraschenden Erkenntnissen, die er jedoch aus Furcht, dass Fachkundige sie anzweifeln würden, für sich behielt und sie erst später erfolgreich auf seine eigenen Bauwerke übertrug.
Nach bestandenen Aufnahmeprüfungen wechselte Gaudi einundzwanzigjährig auf die „Escola Provincial d’ Arquitectura“ in Barcelona, wo er vier Jahre verbrachte. Auch hier kämpfte sein inneres Verlangen nach der Ergründung der Statik, der Stabilität und des Gleichgewichtes gegen die Abstraktheit des Lehrstoffes an. Die Professoren konnten mit der Eigenwilligkeit des Studenten wenig anfangen und es gelang ihnen nicht, seine Talente angemessen zu fördern. So kam es, dass Gaudi häufig durch Prüfungen fiel. Da sich sein Studium wegen der Misserfolge immer mehr in die Länge zog und die Eltern ihm kaum mehr unter die Arme greifen konnten (sie hatten bereits einen Teil des Familienbesitzes verkauft, um dem Sohn das Studium zu finanzieren), arbeitete er als Gehilfe in einigen Architekturbüros der Stadt, was ihm unerwarteter Weise zum Bauauftrag für sein Lebenswerk, der Kathedrale „Sagrada Familia“ verhalf.
Die Vereinigung der „Verehrer des heiligen Josef“ hatte 1881 ein großes Grundstück am damaligen Stadtrand von Barcelona erworben, auf dem ein Kirchenprachtbau gebaut werden sollte. Im Strom der zunehmenden Industrialisierung und Verweltlichung wollten sie einen Ort des Protestes und der Rückbesinnung auf die traditionellen Wertvorstellungen schaffen. Daher sollte die Kirche auch nicht separiert errichtet, sondern mit sozialen Einrichtungen umsiedelt werden. Am 3. November 1883 übernahm Gaudi den Auftrag und gab ihn Zeit seines Lebens nicht mehr aus den Händen.

Mit einem solch großen Vertrauen, wie es Güell und die Vereinigung der „Verehrer des heiligen Josef“ Gaudi entgegenbrachten, wartete die öffentliche Hand nicht auf. Zwar wurde der Architekt bereits kurz vor seinem Studienabschluss mit dem Entwurf einiger Straßenlaternen für die Stadt Barcelona beauftragt, doch folgten keine weiteren Aufträge, obwohl aus der Bevölkerung und Presse positive Resonanz kam. Auch erhielt er von Seiten der öffentlichen Hand zu Lebzeiten nur ein einziges Mal einen Preis und das ironischer Weise für das Barockhaus „Casa Calvet“, sein konventionellstes Bauobjekt.
Anfangs holte sich Gaudi seine Anregungen sowohl aus der Epoche des Mittelalters als auch aus dem östlichen Kulturraum. Er entdeckte für sich den Mudejarstil, eine Mischform zwischen spanischer und arabischer, beziehungsweise gotischer und maurischer Baukunst, der von dem arabischen Wort „Mudejar“ abgeleitet wurde, was soviel wie „Handwerkskünstler“ bedeutet. Typische Bauwerke, die in dieser Phase entstanden, sind das Wohnhaus „Casa Vicens“ und das Landhaus „Villa Quijano“ die zwischen 1878 und 1883 von Privatleuten in Auftrag gegeben wurden. Als in der Folgezeit zwei Aufträge für Sakralbauten bei Gaudi eingingen, wechselte er vom Mudejarstil zur Neugotik und zum mittelalterlichem Dekor. Diese Stilrichtung wurden von ihm gerne mit Aspekten der griechischen Architektur kombiniert, da beispielsweise die griechischen Säulen die tragfähigsten sind, wie Gaudi in einem seiner zahlreichen Versuche herausgefunden hatte. Bei den Gebäuden, die er während seiner allgemein als „gotische Periode“ beschriebenen Phase schuf, handelte es sich unter anderem um die Fertigstellung der Theresianerschule „Colego Teresiano“, bei der Gaudi die beiden oberen Stockwerke des bereits begonnenen Baus vollendete und um die Errichtung des „Bischofspalastes von Astorga“.
Quellenangaben:
Mit freundlichem Dank an:
Melanie Mushak, 19.08.2009
Fotos: Daniel Dünner
- www.gaudidesigner.com
Sehr umfangreiche Gaudiseite in Englisch, Italienisch und Spanisch






