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Name:
Brecht, Eugen Bertolt Friedrich

Geburtsdatum:
10.02.1898

Geburtsort:
Augsburg (D)

Todestag:
14.08.1956 in Berlin

Sternzeichen:
Wassermann (20.01. - 18.02.)


Bertolt Brecht

Der Mensch ist erst wirklich tot, wenn niemand mehr an ihn denkt...

Von Gabriele Kern

In diesem Sinne ist Bertolt Brecht noch heute quicklebendig. Ganze Gesellschaften, die sich mit seinem Leben und Werk befassen, Festivals, die ausschließlich Brecht-Stücke präsentieren, unzählige Theateraufführungen halten das Gedankengut jenes großen Dramatikers, Lyrikers, Regisseurs und Erzählers auch über 50 Jahre nach seinem Tod noch lebendig.

Am 10. Februar 1898 in Augsburg als Eugen Bertold Friedrich Brecht geboren, schließt Brecht seine Schulausbildung 1917 kriegsbedingt mit dem Notabitur ab und wendet sich dem Studium der Philosophie und Medizin zu. Das Studium betreibt er zu keinem Zeitpunkt ernsthaft, denn längst hat er seine Vorliebe für literarisches Arbeiten erkannt.

1918 wird Brecht als Lazarettsoldat eingezogen. Bereits einen Monat später schließt er sich dem Augsburger Arbeiter- und Soldatenrat an.

Das Jahr 1919 hält eine Fülle von Ereignissen für den jungen Bertolt bereit. Im Januar wird er aus dem Militärdienst entlassen, im Juli wird sein erster Sohn, hervorgegangen aus der langjährigen Beziehung mit Paula Banholzer, geboren und im November desselben Jahres entschließt sich Brecht nach nur vier Studiensemestern zur Exmatrikulation, um sich endlich ganz dem Schreiben widmen zu können. Von mehreren Aufenthalten in Berlin erhofft er sich den Durchbruch als Autor.

Mehrere Theaterstücke hat Brecht schon verfasst, als 1922 Baal zur Erstveröffentlichung kommt. Im September des gleichen Jahres feiert sein Stück Trommeln in der Nacht Premiere in Berlin. Bereits während der Proben lernt Brecht Helene Weigel kennen, heiratet jedoch am 3. November die Opernsängerin Marianne Zoff, die im März des darauf folgenden Jahres die gemeinsame Tochter Hanna zur Welt bringt. Mehrere Uraufführungen in München und Leipzig prägen die Jahre 1923 und 1924. Am zweiten Hochzeitstag seiner Ehe mit Marianne wird Sohn Stefan geboren, pikanterweise lautet der Name der dazu gehörigen Mutter Helene Weigel. Im selben Monat siedelt Brecht endgültig nach Berlin über.

Im darauf folgenden Jahr beginnt Brecht, gemeinsam mit Carl Zuckmayer, unter der Leitung von Max Reinhardt, eine Tätigkeit als Dramaturg am Deutschen Theater. In enger Zusammenarbeit mit Kurt Weill schreibt und inszeniert Brecht die "Songspiele" Mahagonny und Dreigroschenoper. Der Privatmann Brecht setzt sich immer intensiver mit nationalökonomischen Studien und der marxistischen Theorie. Ein erstes Konzept bildet die Basis für die spätere Form des "epischen Theaters", als dessen Urvater Brecht verantwortlich zeichnet.

1927 lässt sich das Ehepaar Brecht-Zoff scheiden. Am 10. April 1929 läuft Brecht wieder in den Hafen der Ehe ein. Diesmal mit Helene Weigel. 1930 wird die gemeinsame Tochter Barbara geboren.

Weitere Dramen, Songspiele und Lehrstücke werden in verschiedenen deutschen Städten uraufgeführt.

Mit dem Reichstagsbrand am 27. Februar 1933 beginnt eine Odyssee für Brecht und seine Familie. Über mehrere Stationen flieht sie zunächst nach Paris, siedelt später auf die dänische Insel Fünen um. Brecht unternimmt Reisen nach Moskau, Paris und New York. Am 8.Juni 1935 wird ihm und seinen Kindern die deutsche Staatsangehörigkeit aberkannt. In Moskau gibt er eine Exilzeitschrift heraus, in Paris werden seine Stücke uraufgeführt und weitere Werke veröffentlicht.

Wegen der zunehmenden Kriegsgefahr, siedelt die Familie nach Schweden um, wo Mutter Courage und ihre Kinder und das Hörspiel Das Verhör des Lukullus entstehen. Die Flucht vor der Schreckensherrschaft des Nationalsozialismus führt Brecht und seine Familie schließlich über die Sowjetunion in die USA. In Santa Monica findet die Familie 1941 - vermeintlich - eine neue Heimat. Sechs Jahre lang ist Brecht ebenso literarisch wie politisch engagiert, versucht sich sogar daran, das Kommunistische Manifest in Verse zu packen. Noch während er seine Rückkehr aus dem Exil vorbereitet, wird Brecht am 30. Oktober 1947 vor das Committee on Unamerican Activities zitiert und verlässt am darauf folgenden Tag das Land.

Sein Ziel diesmal: Zürich. Schon zwei Jahre später siedelt Brecht erneut um. Ost-Berlin hat er zu seiner Wahlheimat erkoren. Dort gründet er das Berliner Ensemble, das mit Herr Puntilla und sein Knecht Matti seinen ersten öffentlichen Auftritt feiert.

1950 wird Brecht Mitglied der neu gegründeten Akademie der Künste, zu deren Vizepräsident er vier Jahre ernannt wird, nachdem er bereits ein Jahr früher die Präsidentschaft des PEN-Zentrums (Ost und West) angetreten hat.

Am 14. August erliegt Brecht den Folgen eines Herzinfarkts. Ein von Idealismus, Inspiration, Engagement und (sexuellen) Ausschweifungen geprägtes Leben ist zu Ende gegangen.

Mit seinem Werk hat Brecht Zeichen gesetzt, die Wirklichkeit realer gemacht und nicht zuletzt die Weltliteratur bereichert. Sein Andenken wird weltweit durch immer wieder aktuelle Aufführungen geehrt.

"Der Mensch ist erst wirklich tot, wenn niemand mehr an ihn denkt..."

Quellenangaben:
Mit freundlichem Dank an:
gilthserano, 08.02.2004

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