Name:
Antoine de Saint-Exupéry
Geburtsdatum:
29.06.1900
Geburtsort:
Lyon (F)
Todestag:
Unbekannt
Sternzeichen:
Krebs (21.06 - 22.07)
Antoine de Saint-Exupéry
Man kann die Welt nur nach dem verstehen, was man erlebt
Von Gabriele Kern
... und was ich erlebe, schreibe ich auf - so könnte man das Zitat fortsetzen, wollte man seinen Verfasser beschreiben. Erlebnisse, Erfahrungen und Erkenntnisse von Antoine de Saint-Exupéry, Schriftsteller, Journalist und Flieger, hinterlassen Spuren in jedem einzelnen seiner Werke. Aber wer war dieser Mann, der in seinem Heimatland Frankreich als der meist gelesene Romanautor gilt?
Am 29. Juni 1900 wurde er als Antoine Jean-Baptiste Marie Roger Graf von Saint-Exupéry in Lyon geboren. Schon im Alter von 4 Jahren verlor er seinen Vater und wurde fortan allein von der Mutter erzogen. Einen großen Teil seiner Kindheit verbrachte er auf dem Familiensitz Schloss La Môle in Südfrankreich.
Zehn Jahre lang besuchte er unterschiedliche, stets konfessionelle Schulen und schloss diese 1917 mit dem Abitur ab und begann damit, sich für die Aufnahme an der École navale in Paris vorzubereiten. Bereits 1914 hatte er einen Schulpreis für sein "Märchen vom Zylinderhut" erhalten. Seine Liebe zum Schreiben begann, sich zu manifestieren, als eine Cousine ihn mit Schriftstellerkreisen bekannt machte. 1918 lernte er die spätere Erfolgsschriftstellerin Louise de Vilmorin kennen.
Die mündliche Aufnahmeprüfung an der École navale wurde ihm zum Verhängnis. Er versagte. Als Verlegenheitslösung entschloss er sich zu einem Architekturstudium an der École des Beaux Arts in Paris. Nur ein Jahr später, im Jahr 1920, ging er zur französischen Luftwaffe, wo er bis 1923 eine Pilotenausbildung absolvierte.
Dieses letzte Jahr seiner Pilotenausbildung war ein Jahr der Schicksalsschläge für den jungen Antoine. Einen Flugzeugabsturz über Le Bourget überlebt er schwer verletzt. Aus Rücksicht auf die Wünsche Louise de Vilmorin's, mit der er mittlerweile verlobt war, und deren Familie, opferte er seinen großen Wunsch, Militärpilot zu werden, einer Bürotätigkeit. Dennoch löste Louise de Vilmorin die Verlobung. 1924 nahm er eine Stellung als Vertreter für die Automobilwerke Saurer an.
Zwei Jahre später erhielt Antoine, der inzwischen sowohl die militärische, als auch die zivile Fluglizenz besaß, seine Lizenz für Transportflüge. Seinen Lebensunterhalt verdiente er ab Oktober 1926 wieder als Pilot. Auf der Strecke Toulouse - Casablanca - Dakar wurde er als Postflieger eingesetzt. Im gleichen Jahr wurde Saint-Exupérys Kurzgeschichte "Der Flieger" in der Zeitschrift Le navire d´argent veröffentlicht.
Das Schreiben begleitete ihn weiterhin. Bereits 1929 erschien der Roman "Südkurier" und Saint-Exupéry wurde Direktor der Aeroposta Argentina in Buenos Aires, wo er im folgenden Jahr die Bekanntschaft von Consuelo Suncin de Sandoval. Ein weiteres Jahr später, im Jahr 1931,kehrte Saint-Exupéry, gemeinsam mit Consuelo nach Paris zurück, wo er die Tochter eines Plantagenbesitzers heiratete. Zwar führten die beiden in den folgenden Jahren eine schwierige Ehe. In ihrem Buch Die Rose des kleinen Prinzen schrieb Consuelo später ihre Erinnerungen an die gemeinsame Zeit nieder. Saint-Exupérys Roman Nachtflug erschien wurde mit dem Prix Femina ausgezeichnet. Im Rahmen einer Tätigkeit als Testpilot für Wasserflugzeuge erlitt er erneut einen Unfall, der ihn um ein Haar den Tod beschert hätte. 1935, bei dem Versuch, den Streckenrekord Paris - Saigon zu brechen, stürzte der erfahrene Pilot erneut ab. In buchstäblich letzter Sekunde rettete ein Beduine Saint-Exupéry und seinen Bordmechaniker, mitten in der libyschen Wüste, vor dem Tod durch Verdursten.
Über die Motive, die Saint-Exupéry dazu bewogen, der Fliegerei für eine Weile den Rücken zuzukehren und sich stattdessen als Journalist zu verdingen, kann ein Außenstehender nur spekulieren. Tat er es seiner Frau zuliebe? Wer weiß. Weniger abenteuerlich verlief sein Leben allerdings auch jetzt nicht. Er schrieb Reportagen über den Spanischen Bürgerkrieg.
1938 jedenfalls befand sich Antoine de Saint-Exupéry, gemeinsam mit seinem Bordmechaniker auf einem Langstreckenflug von New York nach Feuerland, als er zum wiederholten Mal die Erfahrung eines Flugzeugabsturzes machen musste. Erneut wurde er schwer verletzt. Um seine Verletzungen auszukurieren, blieb Saint-Exupéry zunächst in New York.
Im darauf folgenden Jahr erschien sein Roman Wind, Sand und Sterne, der in Amerika zum Book of the Month gewählt wurde und in Frankreich die Auszeichnung Grand Prix du Roman der Académie Française erhielt.
Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde Saint-Exupéry als Instruktor in Toulouse mobilisiert, drang jedoch darauf, wieder der Aufklärungsstaffel zugeteilt zu werden. Die Aufklärungsmission über Arras führte zur Verleihung des Kriegsverdienstkreuzes mit Palme. Mit dem Waffenstillstand vom 22. Juni 1940 wurde Antoine demobilisiert. Er kehrte nach New York zurück, wo er die Verletzungen, die er bei dem Absturz über Guatemala erlitten hatte, behandeln ließ. Gleichzeitig arbeitete er daran, auch seine jüngsten Erlebnisse in Worte zu bannen. In dieser Zeit entstand Flug nach Arras, sein Roman, der zwei Jahre später in Frankreich und Amerika veröffentlicht wurde.
1942 kehrte Saint-Exupéry erneut in den Militärdienst zurück und obwohl man ihm in Folge einer missglückten Landung ein Flugverbot auferlegt hatte, gelang es ihm durch intensive Bemühungen, die Erlaubnis zur Rückkehr in den aktiven Dienst zu erlangen.
1943 erschien Der kleine Prinz, das wohl bekannteste Werk Saint-Exupérys.
Sein letzter Aufklärungsflug war für den 31. Juli 1944 geplant. Antoine startete von Korsika aus, kehrte jedoch nie zurück. Am 8. September wurde er für vermisst erklärt. Bis heute ist nicht eindeutig geklärt, ob seine Maschine von der deutschen Luftwaffe abgeschossen wurde oder aus anderen Gründen ins Mittelmeer stürzte. Rund vier Wochen vor seinem hundertsten Geburtstag fanden Sporttaucher Überreste eines Flugzeugs. Es wird nicht ausgeschlossen, dass es sich um die Maschine Saint-Exupérys handelt.
Posthum wurde vier Jahre nach seinem Tod Stadt in der Wüste veröffentlicht.
Antoine de Saint-Exupéry, ein Mann, der seine Leidenschaften lebte. Fliegerei ging Hand in Hand mit dem Schreiben. Seine Werke reflektieren seine persönlichen Erlebnisse, seine Verwurzelung im Glauben und nicht zuletzt seine zutiefst humanistische Geisteshaltung. Es wäre falsch, diesen Ausnahmeautoren auf sein Buch Der kleine Prinz zu reduzieren und dennoch: wer dieses Buch einmal gelesen hat, kann sich dessen Zauber nie wieder entziehen. Wer mit dem kleinen Prinzen die Planeten bereist hat, sieht die Menschen mit anderen Augen und wer einmal mit der Rose gelitten hat, versteht, was Einzigartigkeit ausmacht.
Quellenangaben:
Mit freundlichem Dank an:
Gabriele Kern, 13.08.2003
im Auftrag von gilthserano









