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Einige Jahre schien alles gut zu laufen, doch Phil entwickelte langsam eine ablehnende Haltung gegen den damaligen Frontman Peter Gabriel. Den Grund dafür beschrieb Phil einmal so:
"Mich hat es immer ein wenig frustriert, dass man der Musik nicht richtig zuhörte, man guckte ihr zu!" Damit spielte er auf Peter Gabriels schrille Kostüme und Show, die er bei
Live-Auftritten benutzte an.
Vielleicht erklärte Gabriel aus diesem Grund 1975 seinen Ausstieg aus der Band um auf eigenen Pfaden zu wandern. Genesis begann nun einen Nachfolger für Gabriel zu suchen und Phil
vertrieb sich solange seine Zeit mit Gastauftritten bei anderen Musikern und seinem Projekt "Brand X". Als sich niemand für die Stelle des Sängers fand, übernahm kurzer Hand Phil 1976
diesen Part. Auf dem im Februar erschienen Album "A Trick Of The Tail" zeigt Phil zum ersten mal sein Können.
In den nächsten Jahre veröffentlichte Phil mehrere Alben mit Genesis, Brand X und spielte die Schlagzeugparts auf duzenden anderer Platten bekannter Künstler. 1981 kam das erste
Solo-Album "Face Value" auf den Markt, in dem Phil seine leidvollen Erlebnisse mit seiner noch Ehefrau "Andrea" verarbeitete. Die Single "In The Air Tonight" schoss in
Deutschland und Großbritannien auf Platz 1 der Charts genauso wie das ganze Album. Präzise Bläser, donnernde Drum-Sets, das variable Songmaterial und die perfekte Produktionstechnik zeichneten eine
LP aus, die "...man spielen sollte bis die Tonabnehmer zu Staub zerfallen". (Zitat: Record Mirror).
1982 arbeitete Phil an seiner zweiten LP und produzierte nebenbei Frida´s (Ex-Abba-Sängerin) Solo Album mit der Hit-Single "Somethings going on".
Der vielbeschäftigte Collins arbeitete nun die nächsten 10 - 15 Jahre wie ein Workoholic an Alben und Projekten als Song-Writer, Produzent, Sänger und Drummer. Neben Genesis und seinen Solo-Werken
stehen Namen wie: Adam Ant, Peter Gabriel, Robert Plant, Eric Clapton, Howard Jones, und viele, viele weitere.
Aber Phil Collins wäre nicht das Multitalent, der Mister Nice Guy, wenn er neben seinem musikalischen Engagement nicht auch noch geschauspielert hätte. Ein
Gastauftritt in Miami Vice, 1991 "Hook" (Peter Pan), 1993 "Hero", 1993 "Ein schräger Vogel", 1994 "Das Leben geht weiter" oder eine Hauptrolle im Film
"Busters" aus dem Jahre 1988 verschafften ihm den gebührenden Respekt. Weltweite Schlagzeilen machte der Musiker außerdem, als er 1985 im Rahmen des "Live-Aid"-Wohltätigkeitskonzerts
binnen weniger Stunden in London und Philadelphia auftrat.
Sein fünftes Album Both Sides (1993) stellte das ultimative Ein-Mann-Werk dar. Collins hatte nicht nur die Songs allein geschrieben, gesungen
und produziert, sondern auch alle Instrumente selbst eingespielt. Bis heute ist Both Sides sein Lieblingsalbum. Bis 1996 war das Multitalent Collins nicht nur Hundertfach im Einsatz und feierte einen
Triumph nach dem anderen, nein - es wurde langsam Zeit sein Leben in eine neue Richtung zu lenken. Phil verkündigte seinen Ausstieg von Genesis. Er sagte dazu in einem Interview: "Ich spüre,
dass es an der Zeit ist, meinem musikalischen Leben einen Richtungswechsel zu geben. Ich werde jetzt ein paar Filmmusiken machen, einige Jazzprojekte verwirklichen und mich natürlich um meine
Solokarriere kümmern".
Diese Solo-Karriere wird jetzt wohl 2004 beendet werden. Filmmusiken wie den Soundtrack zu Disneys "Tarzan" oder "Bruder
Bär" (Sommer 2004 in den Kinos) verschaffen Phil die künstlerische Genugtuung und Auslastung die er braucht. Für ihn steht momentan seine Familie (3. Frau und Sohn Nicholas), mit denen er am Genfer See in der Schweiz wohnt absolut im Vordergrund. Der vierfache Papa Phil (2 aus erster und 1 aus zweiter Ehe) will jetzt endlich mal eines seiner Kinder aufwachsen sehen und nicht die selben
Fehler machen, die zum scheitern seiner ersten beiden Ehen geführt haben - also mehr Zeit mit seiner Familie verbringen. Seine Fans und die Medien bedauern diesen Entschluss zutiefst und seine
Abschiedstournee im Sommer 2004 war auch im Handumdrehen ausverkauft. Weltweit ist dies ein Schock, Phil niemals wieder auf der Bühne sehen zu können - aber wer weiß...
...eines Tages!
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