Mit einer Länge von 6671 km von seinem Ursprung am Äquator bis zum Mittelmeer ist der Nil der längste Fluss der Welt. Er fließt durch Ägypten, den Sudan, Äthiopien und Uganda. Einer der Quellflüsse, der Weiße Nil, entspringt im südlichen Hochland von Burundi, der andere, der Blaue Nil, im abessinischen Hochland in Äthiopien. Für die in Flussnähe lebenden Menschen ist der Nil ein "Geschenk der Götter", denn die Nilflut bringt alljährlich fruchtbaren Schlamm mit sich, der tausend Kilometer öde Wüste in ein landwirtschaftliches Paradies verwandelt.
Während der Nil in Ägypten zivilisiert bzw. ein schiffbares Gewässer ist, fließt er südlich der ägyptischen Grenze wild und ungezähmt über Tausende von Kilometern durch z.T. unbewohnbares Gebiet. In der sudanesischen Hauptstadt Khartoum tritt er alljährlich über die Ufer. Im Gebiet unterhalb der Sahara leben im Fluss Krokodile und Nilpferde. Bei Khartoum vereinen sich Blauer und Weißer Nil. Letzterer hat bis zur Erreichung der sudanesischen Hauptstadt 3700 km zurückgelegt. Der Blaue Nil ist zwar mit 1600 km Länge der kürzere der beiden Nilarme, er bewässert aber 70% der Anbauflächen im Sudan. Seine Wucht beim Zusammentreffen in Khartoum ist so groß, dass die Wasser des Weißen Nils zunächst zurückgestaut werden.
Gemeinsam stark gelingt dem Nil nun als einzigem afrikanischen Fluss die Durchquerung der Sahara. Er übersteht die extreme Hitze und den Mangel an Regen und hat die längste, wenngleich auch schmale Oase der Welt geschaffen. Nach der Einmündung des Nebenflusses Atbara durchfließt der Strom die Nubische und Arabische Wüste auf den letzten 2700 km ohne weiteren Zuflüsse, in einem 15 km breiten und 350m eingetieften Kastental mit insgesamt 6 Stromschnellen.
Der Streifen anbaufähigen Landes ist südlich von Assuan selten breiter als 2 km, fließt der Strom durch altes Urgestein, setzt die Vegetation oft ganz aus. Etwa 70 km nördlich von Assuan beginnen Kalksteinschichten, die dem Fluss nicht soviel Widerstand entgegensetzen und ihn deutlich breiter werden ließen. Er mündet 20 km nördlich von Kairo mit 2 großen Mündungsarmen (Rosette und Damiette) und dem 239000qkm großen Nildeta. Zwei Drittel der Anbaufläche Ägyptens liegen im Delta.
Die Nilflut, die seit der Pharaoenzeit große Bedeutung für das Leben der Menschen im nördlichen Sudan und vor allem Ägypten hatte, geht auf die Regenfälle im äthiopischen Hochland zurück. Während der Trockenheit ist der Weiße Nil Hauptwasserlieferant. Mit Beginn der Regenzeit in Äthiopien drehen sich die Verhältnisse um, circa 80% des Nilwassers wird durch den Blauen Nil geliefert. Sie erreicht im Nildelta ihren Höchststand Mitte September bis Anfang Oktober. Nach dem Abschwellen des Flusses hinterläßt der Fluß den berühmten, fruchtbaren Nilschlamm, der als natürliches Düngemittel dient. Der Bau von Staudämmen verhindert Überschwemmungen und macht Dauerbewässerung möglich.
Daten
in Kurzform: -
Nil heißt eigentlich Überschwemmung und bei den Einheimischen wird er
als el Bahr genannt. -
Es gib drei Flüsse die sich vereinigen zu diesem großen historischen Fluß. Dies sind der blaue und der weiße Nil und Atbara. -
Der Nil fängt am Tanganjikasee an und fließt durch neun Länder:
Tanzania - Zaire (Congo)-Burundi - Ruanda - Kenia - Uganda - Äthiophien
- Sudan und Ägypten -
Der östliche Quellarm kommt aus dem Viktoriasee, 66 000 qkm, der
westliche, der Semliki, aus dem kleinen Albert Edwardsee; beide
vereinigen sich im Albertsee. -
Der aus diesem nach Norden ziehende "Bergstrom" (Bahr el-Dschebel) wird links durch den Gazellenstrom (Bahr el-Ghasàl) verstärkt
und heißt nun Bahr el-Ábjad ("Klarer Fluß", weil er in den
Seen seine Schwemmstoffe abgelagert hat. Bahr el-Ásrak =
"Dunkler" oder "trüber Fluß". Andere Benennung
sidn "Weißer" und "Blauer Nil".)
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Bei Khartum vereinigt er sich mit dem von Abessinien (Äthiophien)
kommenden Bahr el-Ásrak und nimmt rechts in Nubien den Átbara auf, die
beide den Nil Schlamm zuführen, der Ägypten befruchtet. Bei Assuàn
bildet der Nil die letzten Stromschnellen und gewinnt, Ägypten ohne
Nebenflüsse durchströmend, nach der Bildung des Deltas in 2 Hauptarmen
das Meer. Sein Lauf ist länger als die Hälfte des Weges vom Äquator
nach dem Pol.
Zum
Abschluss noch ein Bericht, der das Leben am Nil verdeutlichen soll
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Quelle:
Sabine
Sonnenschein,
AfrikaLife,
25.09.2002
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