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Wirtschaftskrise kostet Afrika 49 Mrd. Dollar

Hilfsorganisation ActionAid: Liberale Märkte am schwersten betroffen

Afrika von Wirtschaftskrise schwer getroffen

Afrika von Wirtschaftskrise schwer getroffen

Die Weltwirtschaftskrise und die Rezession werden Afrika insgesamt 49 Mrd. Dollar bis zum Ende des Jahres kosten. Zu diesem Schluss kommt die britische Hilfsorganisation ActionAid. Etwa 27 Mrd. Dollar mache allein der Wegfall der Hilfslieferungen und der Überweisungen von reicheren ebenfalls von der Krise betroffenen Ländern aus, berichtet BBC-Online. Der Verlust entspreche einem zehnprozentigen Rückgang des Einkommens über den gesamten Kontinent verteilt. Der Bericht der Hilfsorganisation wird beim G20-Treffen in London präsentiert. Dabei wird Südafrika als einziges afrikanisches Land teilnehmen.

Am schlimmsten betroffen sind jene Länder, deren Märkte bereits liberalisiert sind und deren Wirtschaftssysteme groß genug für signifikante Investitionen sind. Südafrika werde demnach am härtesten getroffen. “Obwohl Entwicklungsländer nicht direkt von der Krise betroffen sind, stehen sie in der Feuerlinie, wenn es um die Auswirkungen geht”, so Claire Melamed, Head of Policy bei ActionAid. Es herrsche Angst davor, dass die Entwicklung in vielen Ländern zurück geht, wenn das Geld ausgeht. “Die Rezession wird zu verstärkter Armut und damit verbunden zu schrecklichen Konsequenzen für die Menschen in diesen Staaten führen. Im gesamten Finanzsystem der Welt ist zu lange nicht für die Entwicklung gearbeitet worden”, so Melamed. Viele Länder hätten ihre Wirtschaftssysteme für globale Märkte geöffnet und sich damit großen Risiken ausgesetzt.

Afrikanische Staatsoberhäupter warnen indessen vor drohenden Konflikten aufgrund der verschärften wirtschaftlichen Situation. Der Direktor der African Development Bank, Donald Kaberuka, erklärte das kommende G20-Treffen zu einem “Notfall”. Beispiele der katastrophalen Situation sind etwa 500.000 entlassene Bergarbeiter aus den Kupferminen in Sambia und die arbeitslosen Bauern in Tansania nach dem Preisverfall von Baumwolle. Zudem komme noch der Verlust aus dem Fremdenverkehr und die immer geringeren Zahlungen von im Ausland arbeitenden Menschen.

Der äthiopische Premierminister Meles Zenawi meinte, dass die reichsten Länder der Welt aus reinem Selbstzweck in Afrika investieren sollten. “Die global stimulierende Wirkung jedes einzelnen in Afrika investierten Dollars ist wesentlich höher als etwa eine Investition in den USA oder in Großbritannien”, so der Minister. Sein eigenes Land habe die Konflikte aus der Vergangenheit überwunden und werde jetzt in seiner Stabilität durch die Wirtschaftskrise bedroht. “Wenn der jetzige Fortschritt bedroht wird, bedeutet das für manche Staaten den Untergang und das heißt Chaos und Gewalt.” Die erst seit kurzem herrschende Stabilität in Liberia, einem vom Bürgerkrieg erschütterten Land, ist ebenso gefährdet, wie Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf meint. “Es ist sinnvoller jetzt in Afrika zu investieren, als hinterher teure Friedenstruppen zu senden.”

Tatsächlich hat es in zahlreichen afrikanischen Ländern in den vergangenen Jahren deutliche Verbesserungen gegeben, die sowohl auf die massiven Investitionen Chinas als auch auf verbilligte Aids-Medikamente, effektivere Hilfsleistungen, Schuldenerlass und verbesserte Schul- und Gesundheitssysteme zurückzuführen waren. Die derzeitige Weltwirtschaftskrise hat jedoch gerade die Ärmsten am schlimmsten getroffen.

Quellenangaben:

pressetext.austria, 17.03.2009

Weiterführende Links zum Thema:
Offizielle Webseite der Hilfsorganisation ActionAid
www.actionaid.org.uk


 
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