Winter-Trendsport: Durchbruch lässt auf sich warten
Snowbike & Co kommen auf den Pisten gegen Ski und Snowboard kaum an

Wintertredsport Snowbike
Der bevorstehende Winter läutet die nächste Runde für die Equipment-Hersteller im Trendsportbereich ein. Die vielversprechenden Pisten-Flitzer nennen sich Snowbike (früher: Skibob), Snowcycle, Airboard und Skifox. Doch die Grenzen sind nach wie vor klar abgesteckt, da Ski und Snowboard die Sportgeräte Nummer eins auf den Pisten sind. Während kleine Hersteller die Nischen abdecken und versuchen, mit Innovationen im Schnee Fuß zu fassen, winken die großen Firmen – wie Fischer und K2 – ab und bleiben dem Mainstream treu.
“Vor fünf bis sechs Jahren hat es beispielsweise einen Skibob-Trend in den USA gegeben. Nachdem wir auch Mountainbikes herstellen, haben wir den Schritt gewagt und uns hier engagiert. Der Trend hat Europa aber nie wirklich erreicht und so haben wir die Produktion wieder eingestellt”, so Peter Zulehner, Sales-Manager bei K2 im Gespräch mit pressetext. In Tirol gäbe es zwar noch einige Regionen, wo diese Geräte vereinzelt auf den Pisten zu sehen sind. Meist werden sie aber nur im Rennsport verwendet und dann hauptsächlich im Verleih. Die Präsenz in den Ski-Gebieten hängt laut Zulehner auch von Einzelpersonen ab, die an solche Geräte glauben und diese dann anbieten.
Beim weltweit größten Ski-Hersteller Fischer sieht man die Situation ähnlich. Seit den 30er Jahren werden in Ried im Innkreis Ski hergestellt und hier liegt laut Brand-Manager Kurt Danksagmüller auch die Kernkompetenz des Unternehmens. “Fischer ist Gesamtanbieter in den Bereichen Ski, Bindung und Schuh. Die möglichen Trends versuchen wir dennoch mit unseren Produkten abzudecken und hier nach Möglichkeit zu variieren”, so Danksagmüller gegenüber pressetext. Die Markt- und Trendforscher im Haus beobachten mögliche Entwicklungen aber genau. Dann wird abgewogen, ob es sich rechnet, hier einzusteigen, und ob es zur Ausrichtung der eigenen Marke passt.
Trendsportgeräte haben es im Pisten-Alltag grundsätzlich meist nicht leicht oder werden erst gar nicht zugelassen. “ Das hängt von den einzelnen Lift-Betreibern vor Ort ab, ob man beispielsweise mit dem Snowski die Anlagen benutzen kann oder nicht. Es gibt auch Ski-Gebiete, in denen dieses Gerät generell erlaubt oder aber auch verboten ist”, so Hermann Wachter von den Wintersport-Dienstleistern NTC-Sport im pressetext-Gespräch. Grundsätzlich sind diese Trendsport-Geräte meist der erste Einstieg in den Pisten-Spaß, weil sie eben wesentlich leichter zu erlernen sind. In weiterer Folge steigen die meisten auf Ski oder eben auch auf Snowboards um. In der Gruppe betrieben kann so ein Snowski laut Wachter aber auch zu Gefahrensituationen aufgrund des verstärkt eingegangenen Risikos führen.
Überzeugt von seinem Snowbike ist hingegen Bernd Brenter, der nach eigenen Angaben sein Trendsport-Gerät weltweit in mehr als 100 Wintersportstationen anbietet. “Vor allem für die Zielgruppe der Dual-Income-No-Kids – kurz Dinks – ist das Snowbike aufgrund der gebotenen Sicherheit bestens geeignet, da sich diese Menschen aufgrund ihrer Erwerbstätigkeit keine größeren Verletzungen leisten können”, so Brenter gegenüber pressetext. Sein Großvater sei es auch gewesen, der 1949 zum ersten Mal mit einem derartigen Vehikel aus Holz eine Abfahrt vorgenommen hat. In den 70er Jahren bestand das Snowbike dann meist aus Stahl und wog an die 30 Kilogramm. Jetzt wiegt Brenters Bike nur mehr zwei Kilogramm. Der einzige Nachteil: Ein Snowbike kostet zwischen 1.000 und 2.000 Euro.
Quellenangaben:
pte, 17.10.2005
