werben auf www.gilthserano.de >>>

Elfenbein geht in den Untergrund

Trotz Verbot blüht in Indien der Handel mit Elfenbein

Beschlagnahmtes Elfenbein

Beschlagnahmtes Elfenbein

Trotz eines seit den 70er Jahren bestehenden Verbots blüht in Indien der Schwarzhandel mit Elfenbein. Das geht aus einem heute veröffentlichten Report von TRAFFIC hervor, dem gemeinsamen Artenschutzprogramm von WWF und Weltnaturschutzunion IUCN. Demnach ist der Handel mit dem Elfenbein von Elefanten bis heute im gesamten Land weit verbreitet. WWF-Artenschutzexperte Roland Melisch erklärt: „Aufgrund der restriktiven Gesetzgebung Indiens hat sich der Binnenmarkt für Elfenbein in den Untergrund verlagert.“ Dort finde er außerhalb jeder staatlichen Kontrolle statt und erlebe deshalb gerade eine neue Blütezeit. Melisch: „Die indischen Behörden müssen sich fragen lassen, warum ihre Gesetze mit solcher Leichtigkeit und Regelmäßigkeit gebrochen werden können.“ Der WWF-Experte fordert die Verantwortlichen auf, entschieden gegen Wilderei und Schwarzhandel vorzugehen.

Die Artenschützer von TRAFFIC untersuchten den indischen Elfenbeinhandel in den Jahren 2000 und 2001. Ergebnis: Noch immer verwenden Hunderte Elfenbeinschnitzer den verbotenen Rohstoff für die Herstellung ihrer Produkte. Das Elfenbein stammt von gewilderten oder als Arbeitstier gehaltenen indischen Elefanten, aus unkontrollierten alten Lagerbeständen, oder es handelt sich um Schmuggelware aus Afrika. Eine effiziente Kontrolle der Binnenmärkte kann nach Ansicht des WWF helfen, endlich die verbreitete Elefanten-Wilderei einzudämmen. „Die Zahl solcher Märkte wächst in Afrika und Asien beständig. Sie stellen eines der größten Probleme im Elefantenschutz dar“, erklärt Roland Melisch.

Die indische Regierung ergriff 1977 mit einem neuen Gesetz weitreichende Maßnahmen, um den binnenländischen und den internationalen Handel mit Elfenbein und Produkten aus Elfenbein unter Kontrolle zu bringen. Der Oberste Gerichtshof entschied 1997 in einem Präzedenzfall, kein Bürger habe ein Recht auf Handel mit heimischem oder importiertem Elfenbein. Doch nach wie vor interessieren sich Touristen wie Einheimische gleichermaßen für Andenken aus Elfenbein, etwa für Schnitzereien, Siegelzeichen und Schmuck. Der WWF-Experte: „Der Anreiz für die Elfenbeinschnitzer ist groß, weil sich damit zehnmal höhere Profite als mit vergleichbaren Produkten aus anderem Material erwirtschaften lassen.“

Zwischen 1996 und 2001 gelang es indischen Fahndern, durchschnittlich 270 Kilogramm Roh-Elfenbein pro Jahr sicherzustellen. Roland Melisch: „Diese Zahlen können sicherlich als großer Erfolg im Kampf gegen den Elfenbeinschmuggel gewertet werden. Sie zeigen aber auch, dass der Handel nach wie vor blüht, und dass Indien auf dieses Problem nicht angemessen reagiert.“

Quellenangaben:

wwf, 06.05.2003

 
www.gilthserano.de Im Web