Hungertuch und Fairer Handel für Bewahrung der Artenvielfalt
Künstler des Misereor-Hungertuches Tony Nwachukwu besuchte die GEPA

Hungertuch
Der Künstler des Misereor-Hungertuches, Tony Nwachukwu aus Nigeria, hat anlässlich seines Besuches beim Fair Handelsunternehmen GEPA den Zusammenhang zwischen den eindrucksvollen Bildmotiven des Hungertuches und dem Fairen Handel aufgezeigt. Zur Veranstaltung am 10. März 2009 hatten der Sachausschuss Frieden, Entwicklung, Bewahrung der Schöpfung des Katholikenrates Wuppertal, die Katholische Arbeitnehmerbewegung Wuppertal und die GEPA eingeladen.
„Vielen Kleinbauern und Fischern in Nigeria ist durch die Zerstörung ihres Landes durch die internationale Ölindustrie die Lebensgrundlage entzogen“, so Tony Nwachukwu. „Die Armut führt zu Verzweiflung, diese zur Umweltverschmutzung und diese zu noch mehr Verzweiflung“, schilderte er den Kreislauf, „Die ländliche Bevölkerung braucht bessere Handelsbedingungen und bessere Preise, um diesem Kreislauf zu entkommen“, sagte der Künstler, „Fairer Handel ist das, was Afrika braucht“. Die hoffnungsvollen Perspektiven zeigt er im Hungertuch ebenfalls, wo Menschen aus allen Kontinenten sich zusammentun und symbolisch den Erhalt der Artenvielfalt für die Sicherung von Ernährung und Gesundheit darstellen.
GEPA-Geschäftsführer Thomas Speck hob hervor, dass auch durch viele faire Produkte die Artenvielfalt bewahrt werde. Ein Beispiel dafür ist das fast vergessene Andengetreide „rote Quinua“ aus Bolivien. Durch den Fairen Handel wird diese traditionelle Kulturpflanze aufgewertet und erhalten. Davon profitieren die Kleinbauern im kargen Hochland Boliviens. Die Rote Quinua gehört zum neuen Sortiment der Weltladen Exklusiv-Produkte, die ausschließlich in Weltläden und Aktionsgruppen erhältlich sind, um ihr Profil zu stärken.
Ein weiteres Produkt aus dieser Reihe, die Schokolade der Genossenschaft Kavokiva von der Elfenbeinküste, erinnerte Tony Nwachukwu an seinen Großvater. Dieser war Kakaofarmer, bis er aufgrund niedriger Preise alles aufgeben musste, weil sich der Anbau nicht mehr lohnte. „Ich freue mich, dass die GEPA sich dafür einsetzt, dass die Kleinbauern wieder für ein angemessenes Einkommen arbeiten können“, sagte der Künstler. Besonders gefiel ihm auch, dass die Genossenschaft durch die Namensnennung auf der Verpackung ein Gesicht bekommt und Produzenten durch Foto und Zitat vorgestellt werden.
Das Hungertuch des GEPA-Gesellschafters Misereor lädt in der Fastenzeit dazu ein, sich ganz besonders mit der Verantwortung für den globalen Klimawandel und dem solidarischen Einsatz gegen Ungerechtigkeit in der Welt zu beschäftigen. Nicht nur durch seine Kunst greift Tony Nwachukwu diese Themen auf, sondern er hat auch selbst eine Firma für Solarenergie in Nigeria gegründet, um die Menschen auf dem Land zu beraten.
Quellenangaben:
gepa, 11.03.2009
- www.gepa.de
Offizielle Webseite der Gepa Handelskette. - www.misereor.de
Offizielle Webseite der MISEREOR, dem Hilfswerk der katholischen Kirche.
