Die Körpersprache
Die Elementarste Sprache der Welt
Einführung
Obwohl wir in der täglichen Kommunikation die körpersprachlichen Signale, meist intuitiv, mitbewerten, vertrauen wir am Ende den Worten oft mehr als der Sprache des Körpers. Aber im Zweifelsfall ist es nicht der Körper der lügt!
Die Körpersprache ist keine Geheimsprache. Wir können lernen, sie zu verstehen und ihren Botschaften zu vertrauen. Aber ihre Bedeutung und die Tiefe der Körpersprache erschließen sich erst aus dem Kontext und im alltäglichen Miteinander.
Gerade im pädagogischen Bereich, bietet die Sensibilisierung der Wahrnehmung jenseits aller Worte, mehr Möglichkeiten, Situationen angemessen einzuschätzen und auf Konfliktsituationen rechtzeitig zu reagieren.
Wer die Körpersprache versteht, erleichtert sich die Kommunikation mit seinen Mitmenschen, erfährt mehr über seine eigene Außenwirkung und lässt sich weniger täuschen. (Einleitung von Rudi Rhode - siehe Links)
Mimik
Erstaunlich ist, dass unsere Mimik nicht nur andere, sondern auch uns selbst beeinflusst: Versuchspersonen mussten mimisch ein Lachen "produzieren", indem Sie sich einen Bleistift zwischen die Zähne steckten. Danach fanden Sie Comics viel komischer als andere, die den Stift - einen traurigen Flunsch ziehend - nur mit den Lippen halten durften. Wer viel lacht, hat also nicht nur eine positive Ausstrahlung auf seine Umgebung, sondern auch die Chance glücklicher zu sein, als jemand der mit traurigem Gesicht durch die Gegend schleicht.
Echtes und falsches Lächeln
Personen mit schiefen "Lächeln" werden gemieden. Das echte Lächeln ist meist von hochgezogenen Wangen, kleinen Hautverdickungen und Fältchen unter den Augen (Krähenfüße) sowie dem Senken der Augenbrauen begleitet. Beim vorgetäuschten Lächeln sind die Muskeln rund um die Augen nicht aktiv. Oft bricht ein falsches Lächeln abrupt ab oder verschwindet stufenweise vom Gesicht.
Was der Mund verrät
Mit einem schmollenden Mund werden Sie niemanden überzeugen. Der Schmollmund ist darauf ausgerichtet, dass der andere ein schlechtes Gewissen bekommt. Steht der Gesprächspartner in einer engen emotionalen Verbindung zu dem Schmollenden, soll er so dazu bewegt werden, seine Position aufzugeben. Insofern spielt sich hier ein Kampf um die Vorherrschaft innerhalb einer Beziehung ab. Für emotional enge Beziehungen mag diese Technik eine Zeit lang erfolgversprechend sein. In einem öffentlichen Auftritt ist der Schmollmund ebenso zu vermeiden wie die spielerisch herausgestreckte Zunge. Ebenso wie das schiefe Lächeln wirkt ein schiefer "Mund" wenig glaubwürdig. Wird sogar nur ein Mundwinkel angehoben, so signalisiert diese Mimik immer auch Zynismus, Arroganz oder ein Überlegenheitsgefühl.
Die Signale der Augen
Die wichtigsten - und am leichtesten zu interpretierenden - Signale werden von den Augen gesendet. Ein freundlicher offener Blick stimmt den Zuhörer positiv. Wer den anderen "keines Blickes würdigt", wird als arrogant und überheblich eingeschätzt. Um Menschen von unseren Argumenten zu überzeugen, müssen wir ihnen durch einen offenen Blick der Augen Zugang zu unserer Seele verschaffen. Doch Vorsicht: Wer zu lange und zu intensiv sein Gegenüber fixiert, wird schnell als bedrohlich und angriffslustig angesehen. Wie fast überall im Leben kommt es auf die richtige Mischung an.
Während der Argumentation sollte der Redner versuchen, einen Blick der Neugierde aufzusetzen. Er signalisiert damit die Neugierde auf die Reaktion des Zuhörers. Das Auditorium kann sich häufig dieser Aufforderung tatsächlich nicht entziehen und signalisiert, wie es über das Gehörte denkt. Da die meisten Menschen höfliche Zeitgenossen sind, wird der Redner häufig mit Zustimmung belohnt. Gute Redner schaffen es über ihre positive Ausstrahlung und die Aufforderung zur Zustimmung, die Zuhörerschaft in ihren Bann zu ziehen.
Unterschiedliche Personen - unterschiedliche Bedeutung
Nicht immer hat das Mienenspiel eine eindeutige Bedeutung - es kommt darauf an, an welcher Person es beobachtet wird. Mit einem Augenzwinkern am Ende eines Argumentes gibt ein Redner zu verstehen, dass seine Aussage mehrdeutig ist. Er macht den Zuhörer zum Verbündeten, signalisiert also Vertrautheit. Das Augenzwinkern des Zuhörers signalisiert hingegen die Frage "Erzählst Du mir auch wirklich die ganze Wahrheit?"
Die Zuhörerschaft zeigt Ablehnung durch ein Naserümpfen bei zusammengekniffenen Augen und geschlossenem Mund. Übersetzt bedeutet dies, es riecht nicht gut und es schmeckt mir auch nicht. Der Blick nimmt Abstand. Das Naserümpfen ist immer ein extrem negatives Signal. Als Redner können Sie durch das Naserümpfen zwar ebenfalls auf Ihr Missfallen hinweisen. Sie haben dann aber das Problem, dass Sie mit einer negativen Mimik in der Erinnerung Ihrer Zuhörer bleiben. Wenn man längst vergessen hat, was Sie gesagt haben, wird man sich immer noch daran erinnern, welches Bild Sie abgegeben haben.
Gestik
Höhe
der Hände
Für die Wirkung der Gestik ist entscheidend, in welcher Höhe
sich die Hände befinden. Alle Gesten, die sich unterhalb der
Taille abspielen, werden als negative Aussagen gewertet; Gesten in Höhe
der Taille werden als neutral und oberhalb als positiv gewertet.
Sichtbarkeit der Hände
Daneben ist ein wichtiges Kriterium die Sichtbarkeit der Hände.
Versteckte Hände in den Hosentaschen oder hinter dem Rücken -
werden immer als negativ empfunden. Sind die Hände zu sehen, so ist
es wichtig, häufig freundlich zeigende und öffnende Gesten zu
benutzen.
Negative Gesten und Aussagen
Schließende Gesten - Mauerbildung durch überkreuzende
Arme vor der Brust etwa oder Zeigen des Handrückens statt der
Handfläche - werden als negativ empfunden.
Entschuldigungsgesten - wie Schulterzucken mit
Aufdrehen der Hände unterhalb der Taille - werden als Hilflosigkeit
und Unterwerfung gedeutet. Auch wenn Sie das Verhalten einer dritten
Person, die nicht am Gespräch beteiligt ist, entschuldigen wollen,
sollten Sie solche Gesten nicht benutzen. Denn die negative Gestik
wird mit Ihnen verbunden und nicht mit der dritten Person.
Grundsätzlich gilt: Wenn Sie überzeugen wollen,
sollten Sie negative Aussagen möglichst vermeiden. Lässt
sich ein negativer Ausdruck nicht umgehen, beispielsweise, weil Sie
einen Begriff Ihres argumentativen Gegners aufgreifen, so sollten
Sie ihn auf keinen Fall durch eine negative Gestik verstärken. Es
entsteht sonst ein stark negativ geprägter Gesamteindruck, und die
negative Gestik wird mit Ihrer Person verbunden.
Positive Gesten und Aussagen
Im Gegensatz zu den negativen Aussagen müssen Sie positive Aussagen
(Ihre Argumente und allgemein positive Ausdrücke, wie
beispielsweise Erfolg, Glück etc.) durch positive - öffnende
und harmonische - Gesten verstärken.
Da wir alle von dem Glaubenssatz "Man lobt sich
nicht selbst" geprägt sind, neigt unser Unterbewusstsein
dazu, negative Aussagen körpersprachlich zu verstärken und
positive Aussagen maximal neutral zu unterstützen. Die Unterstützung
negativer Aussagen in der Gestik ist am schwersten zu unterdrücken.
Auch wenn es uns in puncto Körperhaltung gelingt, aufrecht und
gerade zu stehen - oft verraten uns die Hände und vor allem
die so genannten "Hand-Hals-Gesten".
Hand-Hals-Gesten
Grundsätzlich wird die Gestik oberhalb der Taille positiv gewertet.
Davon ausgenommen sind jedoch die so genannten
"Hand-Hals-Gesten" - sie wirken negativ! Die Hand greift
häufig dann zum Hals, wenn sie eigentlich ins Gesicht fassen will,
an die Nase oder auf den Mund. Beides sind extrem negative Gesten
(siehe Tabelle). Häufig wird dem Sprechenden, während er die Hand
hebt, bewusst, dass die Gestik ihn verraten könnte. Dann wird
schnell noch die Richtung geändert - so, dass die Hand zum
Hals greift. Vorsicht ist geboten, wenn sich einer Ihrer Zuhörer, während
Sie reden, ans Ohrläppchen greift. Dies ist eine Bestrafungsgeste.
Sie können nicht davon ausgehen, dass der Zuhörer Ihnen
wohlgesonnen ist und dass Ihre Argumente ihn überzeugt haben.
Bevor Sie beginnen, eine positive Gestik zu üben,
sollten zunächst lernen, eine negative Gestik zu vermeiden!



