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Erfolg durch Stimme im Unternehmen (Teil 3)

Hinterlassen Sie einen bleibenden Eindruck

Von Stéphane Etrillard, Management Institute SECS

Der bedeutendste Faktor unserer täglichen Kommunikation ist und bleibt die gesprochene Sprache. Allein damit bekommt die Stimme eine Schlüsselstellung. Weil ein erheblicher Anteil der persönlichen Wirkung von der Stimme abhängt, beeinflusst diese unmittelbar die Wahrnehmung unserer Gesprächspartner. Und natürlich wird jemand, der mit kratzender, verklebter, oder gepresster und wenig modulierter Stimme spricht, bei seinem Gegenüber keine besonders positive Wirkung erzielen. Insbesondere dann nicht, wenn zu einer an sich schon unangenehmen Stimme noch die üblichen Sprechfehler wie das undeutliche, zu laute oder zu leise Sprechen in einer unangemessenen Stimmlage hinzukommen. Mit der Art des Sprechens senden wir in allen Fällen wichtige Signale (auch über uns selbst!) an unsere Gesprächspartner. Dennoch denken wir nur wenig über unsere Stimme nach. Und wenn, dann meistens nur dann, wenn sich aufgrund einer Erkältung oder einer anders gearteten Reizung unserer Stimmbänder bereits ganz offenkundige Probleme eingestellt haben.

Weil die Stimme schon rein anatomisch ein überaus komplexes Organ ist, bei dessen Klangerzeugung faktisch ein sehr differenziertes Zusammenspiel von über 100 Muskeln stattfindet, lässt sich der Weg zu einer positiven Stimme nicht auf eine einfache Formel bringen. Wie kompliziert die reine Klangerzeugung der Stimme ist, beweist ein kurzer Blick auf die Anatomie. Beim Sprechen sind beteiligt: die Nasenhöhle, der Nasenrachen, der Mundrachen, der Kehlkopf, die Luftröhre, das Zwerchfell, die Rippenmuskulatur und weitere Gebiete. Sobald auch nur an einer Stelle eine Störung (bspw. ein kleiner Schnupfen oder, was weniger bekannt ist, eine schlechte Haltung oder auch psychosomatische Spannungszustände) auftritt, wird dies nie ohne Auswirkungen auf die Stimme bleiben. Hinzu kommen noch Aspekte der Ernährung und insbesondere unser Trinkverhalten (Kaffee, schwarzer Tee, Alkohol usw. schaden der Stimme ebenso wie eine insgesamt zu geringe Flüssigkeitszufuhr). Und natürlich haben die Atmung und auch die Beschaffenheit der Luft (Heizungsluft, Abgase, Rauchen) generell großen Einfluss auf den Klang unserer Stimme.

Grundsätzlich soll die Stimme deutlich und nicht zu schnell, weder zu laut noch zu leise und in allen Fällen abwechslungsreich moduliert sein. Wichtig ist dabei auch, immer auf die Bedürfnisse der Zuhörer zu achten. In kleineren Runden kann der Gestik und Mimik der Gesprächspartner abgelesen werden, ob sie noch konzentriert bei der Sache sind – oder ob Sie Ihre Stimme den Bedingungen anpassen sollten, um neue Aufmerksamkeit zu erzielen. So können Sie situationsbedingt entscheiden und die Modulation auf die Gegebenheiten immer wieder neu abstimmen: Sie können stärker akzentuieren oder aber beruhigend einwirken; die Lautstärke anpassen (um auch noch in den hinteren Reihen gehört zu werden) oder Ihre Stimme dämpfen (wenn vertrauliche Dinge behandelt werden, die von anderen nicht gehört werden sollen). Gerade mit geschickt eingesetzten Modulationsformen lässt sich bspw. zielgerichtet eine vertrauensvolle Atmosphäre schaffen. Eine Reparatur, Verbesserung und Optimierung der individuellen Stimme kann jedoch einzig mit einem professionellen Stimmtraining erzielt werden. Am Anfang aller Trainingsprozesse der Stimme steht immer die bewusste Wahrnehmung der eigenen Stimme. Und tatsächlich sprechen nicht wenige Menschen mit einer verzerrten Version ihrer wahren Stimme. Entweder haben sie es nie gelernt, richtig und mühelos zu sprechen oder aber Stress, Überarbeitung und Ängste sorgen dafür, dass die Stimme im Laufe der Zeit eine unvorteilhafte Wandlung vollzieht. So wie sich die rhetorischen Fähigkeiten systematisch trainieren lassen, kann auch die eigene Stimme neu gebildet werden. In jeder Stimme steckt weitaus mehr Substanz und Klangvermögen, als im Augenblick vielleicht zu hören ist. – Letztendlich können mit einer effizienten Stimme erstaunliche Erfolge erzielt werden, wenn diese zum wohlklingenden Instrument wird, mit dem wir unsere rhetorischen Fähigkeiten eindrucksvoll klingen lassen.

Quellenangaben:
Mit freundlichem Dank an:
Stéphane Etrillard
Management Institute SECS
www.etrillard.com, 05.01.2005

Der Autor

Stéphane Etrillard zählt heute im deutschsprachigen Raum zu den innovativsten Managementtrainern der neuen Generation. Schwerpunkt seiner Beratungs- und Trainingsarbeit ist die Konzeption und Durchführung anspruchsvoller Workshops in verschiedensten Branchen. Auch mit offenen Seminaren im Bereich Rhetorik und Dialektik ist er branchenübergreifend erfolgreich. Selbst über fünf Jahre im Vertrieb und Marketing eines französischen Großkonzerns tätig, vermittelt er Kompetenz „aus der Praxis für die Praxis“.



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